Drüben auf Twitter hatte der Marco die Idee, wir sollten doch ein Tape zusammenstellen, 2×45 Minuten mit der Musik, die wir hörten als wir 16 waren. Das ist natürlich hemmungslos sentimental und ich fürchte ein Ding von alten Männern, um sich für 2×45 Minuten einen Hauch Jugend zurückzuholen. Also genau mein Ding.

Sechzehn war ich 1989. Und diese Musik habe ich damals gehört und ich war unglaublich privilegiert, hatte ich doch durch glückliche Fügung Zugang zur Tape-Trading Szene gefunden und damit zu Musik, die nicht im Radio lief.

Ich habe hier Seite A für euch. Chromdioxid Band, Typ II von Maxell.

1. Depeche Mode – Little 15 04:18

Zwar von 1987, ich kam dazu aber erst ein Jahr später, als ich 15 war. Und die Mädchen in meiner Klasse auch.

2. Madonna – Like a Prayer 05:39

Lasst mich komplett. Madonna.

3. Megadeth – In My Darkest Hour 06:16

The Dave. Es gab Megadeth, Metallica, Slayer und Anthrax. Und Megadeth hatte mit “So Far, So Good… So What!” ein Hammeralbum veröffentlicht. Meine Eltern haben es gehasst. Meine Schwester hat es gehasst. Alle Mädchen haben es gehasst. Ich liebte es.

4. Social Distortion – It’s the Law 02:38

Danke, Gunnar. Ohne dich hätte ich von dieser Band nichts gehört.

5. Bros – When will I be famous 05:02

….I CAN’T ANSWER, I CAN’T ANSWER THAT!

6. Iron Maiden – Only the good die young 04:40

Gaaaaanz schwierig, weil Keyboard. Das war nicht mehr der wahre Metal!

7. Manowar – Kings of Metal 03:45

DAS war der wahre Metal.

8. Dire Straits – Brothers in Arms 07:00

Ohgottohgottohgott

9. Bangles – Eternal Flame 04:03

Kuscheln.

10. Rund DMC – Mary, Mary 03:12

Zugang zu Run DMC und US-HipHop kriegte man als Berliner eigentlich nur über amerikanische Soldaten. Den hatte ich nur sehr eingeschränkt. Aber Run DMC blieb haften.

Macht 45:13 und natürlich kriegte man die 13 Sekunden noch hintendran.

Und Seite B:

1. Soundgarden – All your lies 03:51

Das ist für mich der Inbegriff reinen, musikalischen Glücks. Niemals wäre ich mit 16 in Berlin alleine auf diese Band gekommen. Als mir das Tape in die Hand gedrückt wurde, war ich fassungslos. Bis heute für Seattle unerreicht.

2. A-HA – Touchy! 04:34

Morten Harket. Heike W. Ihr Zimmmer im 8. Stock im Märkischen Viertel.

3. Nuclear Assault – Great Depression 03:30

Das Cover! Hatte ich immer extra hübsch platziert um dieses Augenrollen hervorzurufen.

4. Milli Vanilli – Girl You Know It’s True 04:13

Wat willse machen, haben alle gehört.

5. Cure – Lullaby 04:10

Fensterladen runter und schlurfen. Und: Linientreu.

6. Neneh Cherry – Buffalo Stance 05:42

Näher bin ich an so echte Tanzmusik nicht rangekommen.

7. Simple Minds – Belfast Child 06:42

Puuuuuuh.

8. Faith No More – Falling to Pieces 05:15

The Real Thing schlug ein wie eine Bombe. War mir wochenlang zu frickelig und zu anstrengend. Dann hatte es mich.

9. Westernhagen – Freiheit 02:38

Kam glaube ich erst ein Jahr später, aber es wäre geschummelt, es nicht auf ein Mixtape zu nehmen. Es war 1989 und eine Zeitenwende kam. Aber musste die echt mit Westernhagen kommen? Und den Scorpions?

10. Cro-Mags – Crush The Demoniac 03:56

Fuckyeah. Harley Flanagan ist natürlich ein asozialer Vollhonk. Das wusste ich damals aber nicht.

11. Bad Religion – Suffer 01:47

Große, große Liebe für diese Band. Sie sahen damals aus, wie wir gerne ausgesehen hätten und heute sehen sie aus wie wir. Akademiker mit Geheimratsecken und einigen Kilo zuviel.

Macht 43:78

Dieses Tape gab es so nie. Es ist das Tape, das ich zusammenstellte, wäre ich jetzt 16. Oder das ich zusammenstellte für mein 16jähriges Ich. Ich habe viele Hobbies und Leidenschaften ausprobiert, eine Zeit lang begleiteten sie mich, dann legte ich sie wieder ab und wandte mich Neuem zu. Nur zwei Dinge begleiten mich seit ich 14 bin: Fußball und Musik. Nicht das Schlechteste.

Wer hat beim #mixtapemit16 schon mitgemacht? Der Spielbeobachter hier: Spielbeobachters Kassette und der nurdertim hier: Dem Nurdertim seine Kassette

Musik, Zeug

Mischkassette

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