BVB, Fussball

Nelson hat ein Tor für mich geschossen.

Gestern Abend war ich auf Einladung eines Geschäftskontaktes mal wieder in der Allianz-Arena, Fussball schauen. Nicht meinen Verein, sondern einfach nur Fussball. Sehr entspannt. Jemand anders hat Uli H. Geld gezahlt, dann kann ich auch mit reinem Gewissen Champions League schauen. Tolle Plätze Osttribüne Unterrang und ein ahnungsloses Anwaltspublikum um mich herum, die mich für den Messias hielten ob meiner Fachkenntnis. Mindestens aber für Peter Neururer.

Ich konnte ein bißchen was zu Valencia erzählen und mit absurden Kenntnissen der spanischen Liga angeben und konnte dem versammelten Klatschpappenpublikum dann auch erzählen, dass Gomez jetzt Mandzukic heisst. “Wieso, der Mario hat doch immer schon die 9 getragen!”

Kommen wir zu meinem absoluten Highlight des Abends. Nelson Valdez hat für mich gespielt und ein Tor gemacht. Bei der Anzahl der Spiele, die er für meinen BVB gemacht hat, habe ich mich deutlich vertan (113 statt den geschätzen 80), die Anzahl der Tore wusste ich aber natürlich (16. In Worten: sechzehn). Der nach meiner geschätzten Anzahl der Spiele für den BVB entstehende Quotient entspricht aber eher seinem Leistungsvermögen. Er vermag das Vermögen nur nicht immer auf den Platz zu bringen.

Nelson Valdez ist ein unterschätzter Fussballer. Intelligente Bewegungen, durchsetzungsstark, tolle Haare. Ich mochte den wirklich immer sehr. Und ich war der einzige, der vor Begeisterung aufgesprungen ist in der Nachspielzeit. Gut, die Hälfte war schon gegangen (wofür es bundesweites Stadionverbot geben sollte), aber ich stand da, ein paar Reihen vom Spielfeldrand und hätte mir so sehr einen BVB Schal gewünscht zum in die Höhe recken. Hätte ihn bestimmt gefreut, den Nelson. So musste ein gebrülltes “Yeah Baby, Nelson, mach noch einen!” reichen. Aber ein Tor für mich musste gestern reichen. Danke Nelson.

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BVB, Fussball

Schatz, da sind noch Reste nach dem Spülen!

Man muss sich das einfach noch einmal anschauen. Diesen Elfer (Und nein, es ist kein Robben, weil das Spiel noch weiterging und die Huldigung im Text noch folgt) und dann den Treffer von Lewandowski. Sein Positionsspiel, wie er seinen Gorilla-Silberrücken zwischen Ball und Gegner bringt und den Ball annimmt, gefolgt von einem Käfig-Move, den ich mir immer wieder anschauen könnte. Eine Bewegung und dann den halben Meter Platz, um abschliessen zu können. Seht selbst:

BVB vs. Ajax

Lewandowski ist so grossartig, obwohl er mich vorher in den Wahnsinn getrieben und zu einem neuen Bierfleck aufm Sofa ursächlich beigetragen hat, weil er einfach nicht aufhört. Verstolpert, verdaddelt, beschissenes Zuspiel, es ist ihm egal und er rennt dann auch in Minute 85 noch über den Platz, holt sich den Ball, legt ihn zum Mitspieler um dann sofort wieder in den Strafraum zu ziehen.

Ich hatte mich vor dem Spiel um allergrösste Gelassenheit und Zuversicht bemüht, konnte dies aber nicht einlösen. Ich konnte teilweise kaum hinschauen. Der Ausflug von Roman über den halben Platz ist erst heute lustig im Wissen um das Ergebnis. Live lief das ganze in Bullet-Time für mich ab und ich hatte schon die Schnuffeldecke meiner Tochter bereit, um meine Augen zu bedecken und das Elend und Verderben nicht anschauen zu müssen.

Ich bin heilfroh, dass mein BVB dieses Spiel nach Hause gewürgt hat. Sicher, es gab auch wirklich schöne Spielzüge, aber langsam, Jungs, solltet ihr wissen, wie die Hymne klingt. Und 80.000 sind auch gegen Augsburg da. Spielt es einfach.

Die Vorstellung, nach einem Unentschieden oder einer Niederlage Durchhalteparolen verbreiten zu müssen ist furchtbar. Häme und total lustige Sprüche von Kollegen und Bekannten (Freunde, die sowas machen habe ich nicht. Mehr.) sind mir egal. Es ist mein Verein und meine Liebe, ich bin verstört genug, wenn der BVB sich dusselig anstellt, da treffen mich Sprüche von Leuten, die sich bei EM oder WM lustige Flaggen ins Gesicht malen und mich Montags fragen, wie ihr Verein denn eigentlich gespielt habe am Wochenende, nicht wirklich.

Aber ich merke, wie nach den erfolgreichen letzten Jahren die Lust auf mehr zurückkommt und die Vorsicht und Gelassenheit, die sich nach der Fastinsolvenz bei mir durchgesetzt hatte, verdrängt. Ich will, dass wir alles kaputtspielen und von oben herab dominieren. Ich will Real besiegen und ich will, dass Götze im Dribbling an Yaya Touré vorbeigeht, umdreht und ihn noch einmal ausspielt, Doppelpass mit Reus und dann zimmert ihn Kehl aus 47m in den Knick.

Der Sieg gegen Ajax war dafür die Grundvoraussetzung. Die verbleibenden Reste schrubben wir auch noch ab. Doch. Sicher.

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BVB, Fussball

Regional überzeugend

Anmerkungen, unsortiert.

Gehen wir einmal davon aus, dass Bayer nicht schlecht gespielt hat, sondern halt nur so gut, wie der BVB es zugelassen hat. Schmelzer spielte so wie gewohnt, wenn das Mannschaftsgefüge stimmt. Ich habe nichts dagegen, wenn die Spieler des BVB kritisiert werden, weil eben andere Maßstäbe angelegt werden an eine Spitzenmannschaft. Ich habe nur etwas dagegen, wenn eine Fehlerkette ignoriert wird. Wörns war 1998 nur der Idiot, der Matthäus lausiges Zuspiel nicht verwerten konnte und Hummels blieb gegen Italien gar nichts anderes übrig als rauszurücken.

Götze in der zentralen Rolle mit erkannbarem Aufwind. Ich sehe ihn da optimal aufgehoben und Reus links statt Grosskreutz. Er muss dann allerdings auch enorm nach hinten arbeiten, denn mit Schmelzer steht hinter ihm dann der etwas schlechtere der beiden Aussenverteidiger. Piszczek und Błaszczykowski (ich muss immer noch nach der korrekten Schreibweise schauen) sind rechts unglaublich aufeinander abgestimmt, acht Flanken von rechts gegen fünf von links. Beeindruckend. Die polnische Kombination zum 3:0 war unbedingt sehenswert.

Gündogan mit enormem Laufpensum und 92% Passquote. Ein echter Zweikämpfer wird aus ihm aber nicht mehr, 52% sind akzeptabel, aber nicht mehr. Es zeigt sich zudem zunehmend die Tendenz, dass die Gegner Hummels zustellen, was deutliche Mehrarbeit für Subotic bedeutet, der teilweise noch immer die Streuung einer Schrotflinte hat.

Ich freue mich auf Ajax.

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Uncategorized, Zeug

Keine Lieder über Kinder

Im Angesicht dieses Schmalzgebackenen, das mir gestern in die Timeline gespült wurde, in aller Deutlichkeit:

Man singt nicht über seine Kinder. Niemals. Es wird ausnahmslos furchtbar und ist für keinen relevant ausser einen selbst.

Also jetzt hier zur Einstimmung Hartmut Engler heisst er glaube ich mit einem Lied für seine Tochter (der Klumpatsch ist natürlich nicht mal embeddbar)

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Ich wiederhole mich, aber: furchtbar. Man kann über Kinder noch nicht einmal auf Englisch singen. Man kann mit seinen Kindern singen, im Auto, zu Hause, im Park. Das ist grossartig. Man kann ihnen Gutenachtlieder singen, das berührt. Aber man kann nicht die Menschheit damit beglücken wollen, zu erzählen, wieviel einem Mandy, Cindy, Vida oder Walpurga bedeuten. Kinder sind niedlich? Geschenkt, ist so. Kinder können einen berühren? Geschenkt, ist so. Kinder will man beschützen? Ja, natürlich. Habe zwei davon und sie sind alles für mich, sie reiten auf meinen Schultern und ich bewache alle ihre Träume mit einer Waffe neben ihrem Bett. Aber ich bemühe mich, nicht ständig die Gottgleichheit meiner Kinder in die Welt zu brüllen und irritiert zu gucken, wenn der Addressat sich nicht gleich vor Begeisterung im Staub wälzt.

Behaltet eure Kinder für euch. Wenn ich euch mit ihnen treffe, spiele ich gerne Fussball mit ihnen oder Luftgitarre, schnitze mit höllisch scharfen Messern Speere oder zocke ohne dass ihr es wisst 5 Stunden Call of Duty Black Ops mit ihnen. Aber bitte, bitte singt mir nicht mit beglücktem Gesichtsausdruck vor, wie toll sie sind, was sie euch bedeuten und dass ihr so, so glücklich seid. Gerne auch noch mit einem gehauchten Dank an Gott. Hallo? Gehts noch? Unerträglich. Zudem bewahrheitet sich das, was Frau Potz sagt: Jeder, der ne Tele spielt, hält sich für nen Poeten. Und der Herre tut nicht mal das. Also Telecastern.

Wenn Kinder, dann so:

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BVB, Fussball

Haltung. Jetzt.

Es ist mein Verein und ich möchte nicht, dass er mir kaputt gemacht oder auch nur verleidet wird. Es ist mein Verein, aber ich möchte, dass es auch der Verein von Schwulen und Migranten sein kann.  Auch lesbische, schwarze Behinderte will ich hier haben.

Und darum finde ich es zum kotzen, was die letzten Wochen offenbar wurde: Wir haben ein ernsthaftes Fascho-Problem in der Kurve. Ich verzichte ganz bewusst auf ein Verlinken der entsprechenden Banner im Spiel gegen Werder und das unerträgliche Gedenken an einen Vollspacko und die Bezugnahme auf die NWDO.

Es hat viel zu lange gedauert, bis der Verein reagiert hat und auch dann musste wohl die Fanabteilung mit einer klaren Stellungnahme vorangehen. (Zu finden hier: http://www.bvb-fanabteilung.de/neuigkeiten/aktuelles/3301-stellungnahme-courage-gegen-nazis.html)

Ich kann es nicht oft genug betonen, dass der Fussball für mich auch aus eigener Erfahrung einen entscheidenden Kommunikations- und Integrationsfaktor darstellt, der Menschen zusammenbringt und Verständnis schafft. Aber selbst, wenn es nur um den BVB und seine Aussenwirkung, sein Image geht und nicht um die Überzeugung, eine zivilgesellschaftliche Verantwortung zu tragen und solchen faschistischen Tendenzen klar entgegenzutreten, erwarte ich  – und sei es eben aus Sorge um Presseecho, Aussenwirkung und Marketingeinnahmen – dass sich der Verein klar positioniert. Er tut dies dann aus den falschen Gründen, dies ist für mich dann aber letztlich akzeptabel, weil es um das Ergebnis geht.

Aber wenn der BVB dann reagiert, gibt Aki Watzke der TAZ ein Interview, das mich sprachlos zurücklässt; nicht nur mit seinen völlig unreflektierten Äusserungen zu schwulen Fussballern und der lächerlichen Relativierung “Werder hat aber angefangen!” (Dann ist Homophobie also in Ordnung, oder zumindest verständlich? Aki, nein, ist sie nicht), sondern auch mit der kategorischen Ablehnung von Pyrotechnik (wir waren da schon weiter, ehe sich die Verbände ohne Angaben von Gründen zurückgezogen haben) und der Aussage, ein Rüstungskonzern sei als Sponsor nicht auszuschließen. (Ernsthaft, Aki? Ich wäre dann weg).

Insgesamt lässt sich der Auftritt meines Vereins in den letzten Wochen wie folgt zusammenfassen:

Und ich möchte keinen “Runden Tisch”, ich will dass die Süd geschlossen den Arschlöchern die Tür zeigt. Und tief in mir drin wünsche ich mir eine Runde Block-Kloppe. Von Northside und Desperados erwarte ich gar nichts mehr, nicht erst seit den Informationen hier: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nazis-koennten-die-fanszene-des-bvb-spalten-id7055668.html. Das sind Fangruppierungen, die ich zähneknirschend hinnehmen kann, ohne aus dem Verein auszutreten, solange ich mit ihnen nichts zu tun haben muss und solange sie nicht offen Propaganda betreiben. Von Unity erwarte ich aber mehr. Unity könnte diese Auftritte zumindest im Westfalenstadion umgehend beenden.

Und darum der Appell: Haltung. Jetzt.

 

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Musik

Yeah Buddy

Vorneweg das Video von Pulled Apart By Horses

Dann ein paar Worte zum Post-Hardcore. Es mag eine vorübergehend Phase sein, aber derzeit begeistern mich Bands wie etwa La Dispute, Touché Amoré, Thrice und die oben gezeigten Pulled Apart By Horses ungemein. Ich bin vor allem erstaunt, wie jung die Bands sind, aus eigener Wahrnehmung die 80er und frühen 90er als Blütezeit des Hardcore also gar nicht kennen und trotzdem musikalisch das an Energie aufgreifen, was mir immer gefallen hat und in komplexere Songstrukturen übertragen. Dazu etwa bei bei La Dispute Songtexte, die nicht aus “Brooklyn Muthafucka!” bestehen oder Ray Cappo Krishna Scheisse erzählen. Ich mag das. Wirklich.

Ich fand aber auch Dog Eat Dog mal gut und habe *räusper* Clawfinger gehört (ein-, zweimal, mehr nicht!). Muss mich also in 6 bis 10 Monaten noch einmal hinterfragen.

 

 

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Musik

Und das geht so.

Ich finde Kettcar und Marcus Wiebusch im besonderen ja wirklich gut. Und zwar nicht, weil sie früher konsequente Punk-Musiker waren (Was sie natürlich waren mit …but Alive), sondern weil sie die Texte schreiben und die Musik machen, die sie wollen. Die Jungs sind ungefähr meine Generation, d.h. man ist kurz davor oder hat die 40 gerissen. Natürlich gibt es diesen schmerzhaften Hang zu Neo-Folk, der mich immer noch neue Death-Metal-Alben kaufen lässt ob der Schauderhaftigkeit vieler Ergüsse. Spex, Visions (wann haben die eigentlich die Songwriter Kategorie bei den Plattenkritiken eingeführt?) feiern sie für die Neue Ernsthaftigkeit ab.

Ich auch. Ich habe schlicht keine Lust mehr, Hymnen auf Karlsquell zu hören und den faschistischen Bullenstaat zu beschimpfen (was …but Alive natürlich so nie gemacht haben, die seien lediglich genannt, weil sie vom Punk weitergegangen sind und noch Musik machen). Und wenn ich das Schweinesystem kaputthauen möchte, dann höre ich halt Sachen, die 20 bis 30 Jahre alt sind. Crass geht immer noch sowas von gut. Aber ich will Schlachtrufe nicht von vierzigjährigen Eigenheimbesitzern hören. Die sollen über ihre Hölle singen, und die ist furchtbar genug:

“Ich bin nicht verbittert
Probier das nur aus
Jetzt nach dem Essen
Ich will eigentlich nur noch nach Haus
Sie geben nicht an
Sie lassen nur wissen
Bin ich noch ungerecht oder schon neidisch?
Es sind deine ältesten Freunde
Wohl beides
Es schimmert nur durch
Es steht in der Luft zwischen uns

Und all’ diese Themen, ja das sind gute Themen
Übers Kochen und Reisen und was wir so nehmen
Und bevor gleich einer sagt
So, das war’s
Erhebt euer Glas
Kommt, erhebt euer Glas”

Ich verstehe den Furor etwa von Love A (im Song “Nachbarn”), teile ihn aber nicht. Und wo verdammt habe ich meine Hasskappe hingelegt beim Umzug in die Eigentumswohnung?

Zum Abschuss:  Rykers, First Blood. 1995.

http://youtu.be/pH-dCmW8s8Y

 

 

 

 

 

 

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BVB, Fussball

Ich kann den S04 nicht hassen

Und damit stosse ich im Verein und vor allem im Fanclub immer wieder auf erstaunte Gesichter bis hin zur Ablehnung und Frage, was ich denn für eine verweichlichte Pussy sei. Fussball-Folklore halt. Dabei ist es doch mehr als das, denn der Schritt vom stumpfen Mitsingen, dass in Schalker Bäuche Messer gehörten, bis zu echter körperlicher Gewalt ist klein. Die Grenze zwischen Aggro-Gesang und Kloppe wird nur allzu leicht durch Akohol und gruppendynamische Prozesse aufgeweicht.

Ich kann nachvollziehen, was Männer (und es sind nur Männer) dazu treibt, sich die Fresse zu polieren, statt lachend und Bier trinkend ein Spiel zu schauen. Testosteron funktioniert, Ausgrenzung auch und wir gegen die schon immer.  Aber was man letztlich aus körperlicher Gewalt für eine emotionale Befriedigung ziehen kann, werde ich nie verstehen. Und diese Gewalt ist in meinen Augen auch beliebig. Warum sollten sich nicht die Ultras aus Rothenburg ob der Tauber und Neustadt am Rübenberge auflauern mit Schaum im Mundwinkel und Hass auf die anderen. Braucht es dazu eine sportliche Tradition? Warum? Und kommt mir nicht mit Bannerklau und all diesen Geschichten. Ersetze Banner durch Förmchen und Stadion durch Spielplatz und man ist beim Kern angekommen.  Natürlich ist ein Derby auf der Süd mit das Grösste, was man im Stadion erleben kann und auch ich brülle, dass der Jones eine gottverdammte Drecksau ist, aber dabei bleibt es. Sie haben ihre Drecksau, wir haben Kevin. So what. Wir haben immerhin eine und nicht nur Schwiegersöhne.

Bliebe immer noch die Feindschaft zum S04 ohne Kloppe. Auch die verstehe ich nicht. Denn wie geil ist es bitte, dass der direkte Konkurrent um die Ecke sitzt, man in einer Liga spielt und der S04 immer nur ein bißchen schlechter abschneidet als wir. Fragt mal bei 1860 nach, ob sie die Roten nicht eigentlich vermissen. Beide Vereine ziehen riesige Mengen an Fans an und mobilisieren bundesweit Emotionen. Die und wir kommen aus dem Ruhrpott, und wir können uns damit mit Alleinstellungsmerkmal von den anderen grossen Vereinen abgrenzen und halten die proletarische Geschichte der Clubs hoch (was dies von Ende der 20er bis 45 bedeutet hat, ist mir dabei völlig klar). Ruhrpottkanacken halt. Ich würde keine Sekunde jubeln, stiege Schalke ab. Ich fände das Scheisse. Ich will das Derby und ich will die Rivalität.

Und ich habe auch 2001 nicht gelacht. Ich hätte damals nicht königsblau tragen wollen, diese Enttäuschung muss unfassbar gewesen sein. Ich meine, wer ist denn statt S04 Meister geworden – der FCB. Und das ist wirklich besser? Erzählt mir doch keinen Mist.

Und um noch die Kurve zu kriegen, halte ich es mit Frau Potz (grosse Band, anhören): “Ich kann das nicht. Ich kann Liebe nicht!”

Nur der BVB.


 

 

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Das ist kein M16, das ist ein M4A1.

Ich habe Zivildienst gemacht. Als wahrscheinlich ältester Zivi Berlins mit 25 nach dem ersten Staatsexamen. Dabei war ich schon einberufen zu den Panzergrenadieren nach Hamburg. Ich sollte mich dort einfinden am Tag meiner 3. Klausur. Konnte ich also nicht und liess mich mit dem zuständigen Uffze verbinden. “Guten Tag Herr General, hier Vogel, ich komme nicht, Schönen Tag noch!” Aufgelegt.

Dabei hatte mir die Bundeswehr sogar angeboten, mir den Grundwehrdienst vollständig zu erlassen, wenn ich mich als Jurist irgendwo im Filbinger-Korps einfinde und als Beisitzer besoffene 18jährige verurteile, die lieber saufen und fummeln, als Kasernen zu schrubben. Hat mich nicht überzeugt.

Musste ich also verweigern und tat dies schriftlich unter emotionaler Schilderung all der gruseligen Geschichten meines Grossvaters aus den Bombennächten im Bochum. Das ganze Programm. Und dann doch vor die Kommission geholt, weil ich eben schon einberufen war. Ging dann glatt, sie waren nur erstaunt, warum ich mich nie zur Musterung eingefunden hätte. “Bei euch in diesem Scheissladen?” “Habe ich vergessen, tut mir ehrlich leid, musste ja fürs Studium lernen”. Habe dann eine wunderbare Zivi-Stelle in Berlin gefunden und konnte mit körperlich und geistig behinderten Kindern arbeiten. Nicht ohne vorher noch grosskotzig als frisch Examinierter auf dem Zivi-Lehrgang in Braunschweig den engagierten Dozenten zurechtzuweisen, als er uns über unsere Grundrechte als Zivi aufklärte.

Insgesamt eine wunderbare und teilweise sehr emotionale Zeit als Zivi in einem Schullandheim in Berlin-Kladow, noch heute kann ich alles handwerliche (wenig genug) nur, weil der polnische Hausmeister den unfähigen Studenten anlernte. “Sie haben studiert? So so.”

Warum diese Ausführungen? Weil ich mich heute in stillen Momenten immer noch frage, wie es eigentlich sein kann, dass ich als Kriegsdienst-Verweigerer mühelos eine AK74 von einem Typ 56 unterscheiden kann und natürlich weiss, dass ein M4A1 kein M16 ist. Mir ist auch klar, das die 82. Luftlandedivision airborne ist, während die 101. Luftlandedivision für den air assault vorgesehen ist. War, war never changes.

 

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