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All good things come to an end

Ich bin mir sogar schon bei der Ansprache unsicher. Ich kenne ihn nicht, habe kein Wort mit ihm gewechselt, noch nicht mal die Hand gesch├╝ttelt. J├╝rgen ist mir zu kumpelhaft, Herr Klopp klingt als sei er mein Erdkunde-Lehrer. Ich probiere es (anma├čend?) mit der Spieler-Ansprache.

Hey, Trainer!

Danke f├╝r diese sieben Jahre. Danke daf├╝r, da├č ich meinem Verein emotional so nah war wie nie in 30 Jahren Fansein. Das bedeutet mir mehr als die Titel. Die Titel sind der Becher selbstgemachter Cr├Ęme Br├╗l├ęe. W├Ąre nicht n├Âtig gewesen, aber Schei├če, war 2011 geil. Davor habe ich nur 1997 eine solche Eruption erlebt in mir, im Club, bei den Fans. Das 1:0 im Pokal gegen F├╝rth gefolgt von der Demonstration in Berlin? Danke. Ich war in den fr├╝hen 2000ern weit weg von meinem Verein, nicht nur r├Ąumlich, denn das bin ich jetzt auch, sondern emotional. Ich war bereits an der Grenze, da├č mich Themen nicht mehr ge├Ąrgert haben, sie wurden mir fast egal. Diese Entwicklung kippte ins Gegenteil, als Klopp ├╝bernahm. Mir ist bewu├čt, da├č sich der Klub um ihn herum professionalisierte, eine Marke aufgebaut wurde. Ich bin Businesskasper und glaube, ├Âkonomische Prinzipen und Maximen und die Kommunikationsspolitik der Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien verstanden zu haben. Ein solches kalkuliertes Schaffen von Projektionsfl├Ąchen ist weit vom Schotterplatz und selbstgewaschenen Stutzen entfernt und wie ernst es die Beteiligten mit ihrem Claim von Echter Liebe meinten, verst├Ârte mich dann doch manchmal.

Und inmitten dieser b├Ârsennotierten KGaA dann J├╝rgen Klopp (Hey, Trainer!) der bei mir ein seltsames positives St├Ârgef├╝hl ausl├Âste. Denn ihn empfand und empfinde ich als echt und authentisch – jedenfalls soweit meine Wahrnehmung reicht. Sein Verhalten wirkt nicht antrainiert und in offsite meetings im Sauerlandstern einstudiert, das ist der Trainer.

Was ich aber eben auch mag war seine Arroganz, es schlicht besser zu wissen als die meisten Anderen da drau├čen, Journalisten eingeschlossen. Man mag das unprofessionell nennen oder auch unsympathisch. Ich finde es cool, wenn jemand von sich ├╝berzeugt ist und eine Mission hat, von der er glaubt, er alleine sei der Richtige daf├╝r. Und er war der Richtige.

Und in dem Moment wo der Verein und wohl auch er erkennt, da├č Klopp in einem sch├Ądlichen Ausma├č messianisch ├╝berh├Âht wird und da├č Andere vielleicht mehr erreichen k├Ânnen, da geht er. Oder wird gegangen. Was mir fast egal ist. Er geht zu einem Zeitpunkt, der dem Verein die M├Âglichkeit l├Ąsst, zu reagieren, mit Spielern zu reden und den Umbruch im Sommer vorzubereiten. Wenn es gespielt war, wie Klopp vom Verein sprach auf der PK, von sich, dann war es begnadet gespielt. Ich nehme ihm ab, da├č er ging als Ergebnis einer Selbstreflexion.

Hey Trainer, ich brauche ein Ticket gegen Werder. Ich m├Âchte Tsch├╝├č sagen und mir ein Tr├Ąnchen aus den Augen wischen.

For those about to rock, we salute you.

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