Zeug

This is how I do it

Es ist in der Tat ein sehr unterhaltsamer und aufschlussreicher Fragebogen, den die Patschbella hier initiiert hat.

Ich möchte ihn auch beantworten. Und das geht so:

Blogger-Typ:
Erst im Spätherbst angefangen. Meiner Adoleszenz und des Jahres 2012. Und ich blogge so, wie ich auch in der Kneipe erzähle. Etwas sorgfältiger formuliert, aber die Geschichten, die ich auch beim Bier gerne erzähle und erzählt bekomme.

Und ich finde es unfassbar viel einfacher über Fussball zu bloggen als über irgendein anderes Thema.

Gerätschaften digital:
Geschrieben wird dies hier zu Hause auf einem Sony Vaio netbook. Oder in Ausnahmefällen im Büro auf einem hp elitebook. Gelesen wird von mir über ein htc one, kommuniziert auch über ein Blackberry.

Ich habe eine PS3 und eine Vita. Erstere im Wohnzimmer und da müssen die Kinder raus, wenn ich spiele, letztere im Kinderzimmer und da muss ich meist raus, wenn die Kinder spielen.

Fotos mache ich mit einer Nikon D3100. Ich könnte das gerne besser.

Gerätschaften analog:
Bis ich in die Kiste fahre, werde ich drölfzig Meter Billy-Bücherregale mitschleppen. Wenn meine Kinder die dann nicht mehr wollen, bitteschön. Aber bis dahin werden die bis zur letzten Patrone verteidigt.

Und ich schreibe mit einem Füller. Wenn ich ihn finde.

Arbeitsweise:

Was ich blogge entwerfe ich im Regelfall auf der Heimfahrt von der Arbeit auf dem Rad. Thema, Grundgedanken und der Rest kommt beim Schreiben. Ich mache mir keine Vorgaben über die Häufigkeit von Neuem.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Keine. Ich habe davon schlicht keine Ahnung. Ich bin schon froh, wenn ich in WordPress unfallfrei verlinken kann.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Im Kopf.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Ich habe keine Ahnung, was damit gemeint ist. Es geht schneller, wenn die Kinder im Bett sind und ich nicht noch Wäsche zusammenlegen muss. Ist sowas gemeint?

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Keine.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Ich muss ein Gerät haben, das Musik in vernünftiger Qualität abspielt. Und ich mag diese Sandwich-Maschinen, wo man zwischen zwei Toast alles reinstopfen kann und dann schweisst diese Maschine alles zusammen und toastet es gleichzeitig. Wahnsinnsteil. Aber braucht man wohl nicht zum Leben.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Beim Bloggen? Bestimmt nicht. Im Leben? Mit Sicherheit. Man muss nur immer im Hinterkopf behalten, dass es immer jemand gibt, der eine spezifische Tätigkeit besser kann.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Musik mit Gitarre. Zur Zeit sehr viel neuer deutscher Punk wie Love A, duesenjaeger, Captain Planet.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Ich bin immer der erste im Büro. Zwischen 07:30 und 08:00 Uhr. Gehe aber auch früh.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Viele würden sagen extrovertiert. Stimmt einerseits, weil ich laut sein kann und eher nicht in der Ecke sitze. Andererseits kennen nur Wenige die dunklen Gräber in meinem Herzen.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Hmmm.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
Juli 1999. Janek und Markus raten mir dringend auf eine Party zu gehen. Dort treffe ich meine jetzige Frau. Und verliebe mich. Auf der Party bereits.

Noch irgendwas wichtiges?
Checkliste: Wäre es peinlich es deinen Eltern zu erzählen? Dürfen deine Kinder es in 10 Jahren im Netz noch finden? Ansonsten ist Bloggen niemals peinlich.

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BVB, Fussball

Am Montag: Grossartig

Jetzt geht es. Am Montagmorgen ist tatsächlich diese erste Enttäuschung, diese tiefe, atemraubende und rückgratbrechende Enttäuschung überwunden. Wir hatten das Glück, einen BVB zu sehen, der eine unfassbare CL Saison gespielt hat. Wenn ich auch gerne die Klappe aufreisse, ich habe im August letzten Jahres nicht ansatzweise daran geglaubt, im Mai in Wembley zu stehen. Die Gruppenauslosung hat zu Schnappatmung geführt. Denn so sehr ich die Ereignisse der vorangegangenen CL Saison erklären kann, so wenig wollte ich dies noch einmal tun. Nicht, weil Schalke, Bayern und viele andere nicht über uns lachen sollten, sondern weil ich lachen wollte.

Und Junge, ich habe gelächelt, als unser Team in London den Rasen betreten hat. Die Anspannung war weg und ich fand es grossartig. Auch hier in München mit 400 Fans, singend. Und diese ersten 25/30 Minuten, ich habe um mich herum in erstaunte Gesichter gesehen, weil wir es so geil gar nicht erwartet hatten. Anlaufen der Gegner, Zustellen der Laufwege, Offensivpressing, Isolierung von Ribery, alles funktionierte. Und dann sahen ein Kumpel und ich uns an und sagten fast zeitgleich dasselbe: The light that burns twice as bright burns half as long. Wir näherten uns mit Riesenschritten der Treibstoffreserve. Hätten wir zwei Tore gemacht und danach den Bus geparkt, es hätte gut gehen können. Aber wäre meine Oma ein Bus, könnte sie hupen.

Die Bayern passten sich an, Robben doppelte auf links und dann lief es so, wie es sich die Bayern vorher sicher nicht vorgestellt haben, aber sie spielten es halt abgezockt nach Hause. Seien wir ehrlich: Eine Saison wie ein Monolith für die Bayern. Und darum bei mir auch gar keine Frustration, dass wir nach dem Kippen des Spiels keinen Plan B gefunden haben. Es gab ein Mittel gegen die Bayern, wie die ersten 25/30 Minuten gezeigt haben. Aber wohl eben nur dieses Eine. Nutze ich dann die Chancen nicht, rollen dann halt die 2013er Bayern. Ich legte mich anderenorts schon fest: Bei jedem anderen Gegner wäre die Chance auf den Henkelpott grösser gewesen.

Auch wenn Kehl am Anschlag war, so glaube ich dennoch nicht, dass Sahin mehr Kontrolle in die letzten 20 Minuten gebracht hätte. Ein gesunder Götze ohne die Belastung des Wechsels, der hat uns gefehlt. Wir haben eine erste Elf, vielleicht eine erste 13/14, aber danach kommen halt die Leitnardos im Kader. Die ich alle behalten und entwickeln möchte, die du aber in einem CL Finale nicht bringen kannst.

We need a bigger boat.

Es bleibt: Real Madrid. Das Heimspiel war das Beeindruckendste, was ich vom BVB seit langer, langer Zeit gesehen habe und mit einem Lewandowski nicht von dieser Welt. Eine Demonstration eines Reife- und Lernprozesses der Mannschaft, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Die Entwicklung seit der ersten CL Saison unter Klopp war aussergewöhnlich. Innerhalb eines Jahres wurden entscheidende Justierungen vorgenommen und die Fehler beseitigt , die uns letzte Saison noch die Niederlagen gebracht haben.

Und Malaga. Wann bekommt man in seinem Fanleben so etwas zu sehen? Es sind nicht Sheringham und Solskjær, die einem die Luft zum Atmen nehmen und den Boden unter den Füssen wegreissen, es ist das eigene Team, das Momente für die Fanewigkeit erzwingt. In einem CL-Viertelfinale erlebt man das einmal im Fanleben. Wenn überhaupt. Dieser Moment wird auch nicht ansatzweise durch die Tatsache getrübt, dass Felipe durchs Abseits mäanderte und stocherte. So heilig bin ich nicht. Es dürfen dagegen alle über Nobby Dickels 5 Minuten lächeln, ich höre sie heute noch gerne. Wir haben den grossartigsten Kirmesansager als Stadionsprecher und ich finde das super. Muss man nicht, aber Nobby D. verschont das Stadion vor Danke! Bitte! Allein dafür gehören ihm Kränze geflochten und seine kaputten Knochen mit Liebe massiert.

Ich will da wieder hin. Wenn nicht Lissabon (wir müssen ja noch ein paar Neue integrieren), dann wäre Berlin aber sowas von der richtige Ort. Wissta ja, komm ick her.

Schliesslich mein Dank an Team und Trainer für einen grossen Auftritt in der Niederlage. Kann nicht jeder.

Für Peter, der eine geile Zeit in London hatte. You fuckin’ deserved it.

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