BVB, Fussball

Spieler

Ich musste noch nie eine Bombe explodieren sehen und ich kenne nur einen Menschen, der das musste. Und dessen EindrĂŒcke, Traumata und Schmerz reichen mir eigentlich fĂŒrs Leben. Ich mag daher kein Urteil darĂŒber abgeben, wie man sich richtig verhĂ€lt oder angemessen oder wie man den Prozess der Verarbeitung optimal umsetzt. Es kann daher auch durchaus sein, dass es den Betroffenen hilft, ein Fußballspiel zu spielen keine 24h nachdem mit Metallstiften gefĂŒllte Bomben neben einem explodiert sind und man vielleicht nicht in der Nacht, so doch aber sicher im Laufe des Tages realisiert hat, dass die Bomben ein direkter Angriff auf das eigene Leben waren. Es kann sein, dass die Beklemmung erst langsam in einen hineinkriecht und die Angst kommt und man die Angst der Liebsten erst dann realisiert.

Ich weiß daher wirklich nicht, ob man gestern hĂ€tte spielen sollen. Die Spieler – und nur diese als direkte Opfer interessieren mich hier – gaben durchweg zu erkennen, sie hĂ€tten gerne noch ein wenig mehr Zeit gehabt. War es unmöglich, ihnen diese einzurĂ€umen? Man stelle sich die schlimmste berufliche Drucksituation vor, in der man jemals gewesen ist, denke sich zeitlichen Druck hinzu und reichlich andere Parteien, die mitreden, mitbestimmen wollen, RatschlĂ€ge erteilen und man ist wohl noch nicht einmal ansatzweise in der NĂ€he der Krisen- und Drucksituation in der sich die Vereinsverantwortlichen befanden. Eine Absage am 11.04. war klar und unumstritten, aber wie reagiere ich auf die Anfrage der UEFA, ob man morgen spielen könne? Man kann es herunterbrechen auf die eine einzige Frage “Was ist richtig fĂŒr meine Spieler?”, aber weder Watzke noch Rauball können ausschließlich in diesen Kategorien denken. Es gilt finanzielle ZwĂ€nge, Sicherheitsbedenken, VerhĂ€ltnis zur UEFA etc in die AbwĂ€gung einfließen zu lassen. Und die Entscheidung nimmt ihnen auch keiner ab. Sie sind die VereinsfĂŒhrung und sie haben zu entscheiden.

Gleichwohl irritiert nachhaltig, dass jedenfalls nach der Aussage Tuchels, Trainer und Spieler zu keinem Zeitpunkt gefragt wurden. Die empathischere Vorgehensweise wÀre sicherlich gewesen, persönlich die Mannschaft aufzusuchen und ein Meinungsbild einzuholen. Aber wenn ich mich nicht komplett tÀusche, ist Watzke eine solche NÀhe eher fremd.

Ich kann mir auch schlechterdings nicht vorstellen, dass auch nur ein Verein fĂŒr ein solches Szenario ein Prozeßhandbuch ausgearbeitet hat, das man dann Punkt fĂŒr Punkt abarbeitet. Insgesamt musste hier auf fragiler Tatsachenbasis innerhalb kĂŒrzester Zeit eine Entscheidung getroffen werden und die VereinsfĂŒhrung kam zu dem Ergebnis, es sei richtig, Mittwoch zu spielen. HĂ€tte es ĂŒberhaupt ohne Auswirkung auf den Spielplan nationaler VerbĂ€nde einen Ausweichtermin gegeben? Wie hĂ€tte man etwa etwa innerhalb eines Tages die deutschen Pokalhalbfinalisten bewegen sollen, einer Verschiebung zuzustimmen? Und ein Eingriff in den Buli-Spielplan ist ebenso diffizil. Ich mag daher zwar mein deutliches Unbehagen ausdrĂŒcken, kann aber nicht mit der notwendigen Klarheit sagen, der Verein und die UEFA hĂ€tten falsch gehandelt.

Was ich aber sagen kann ist, dass mich die Überfrachtung und Überforderung unserer Spieler zutiefst verstört. Wie kann man den Opfern des Anschlags (und: jedes Anschlags) auferlegen, sie mĂŒssten mit allen anderen zusammenstehen, sonst hĂ€tten die Terroristen gewonnen? Wie kann man es ernsthaft fĂŒr eine gute Idee halten, direkt nach einem Fußballspiel mit beinahe pornographischem Interesse junge MĂ€nner Anfang 20 nach ihrer Meinung zum Terror und ihren Erlebnissen zu befragen? Eine solche politische Überfrachtung wird dem Spiel nicht gerecht. Ich habe als Zuschauer und Fan eine politische Verantwortung, jedenfalls kann ich frei wĂ€hlen, ob ich eine solche in den Sport einbringen will, die 11 aufm Platz haben die Wahl nicht.

Mindestens schmierig auch das anbiedernde “Wir sind alle Borussen”. Nee, seid ihr nicht. Ich will auch gar nicht, dass ihr Borussen seid. Ihr dĂŒrft gerne Freiburger, Gladbacher oder Schalker bleiben. Bitte hĂ€ngt euch nicht unseren Schal um und nötigt unsere Mannschaft, ein Signal zu setzen. Seid solidarisch, aber seid keine Borussen.

Abschließend: Was Scherben heute morgen auf Twitter schrieb ist vollkommen richtig: Wann bekommen denn unsere Spieler die Pause und den Abstand, den sie benötigen? Der Spielplan ist voll. Was macht man denn da? Ruft man bei der Eintracht an und fragt, ob man nicht die U19 gegeneinander spielen lassen könne? Scheißt man auf die Liga? Meinen Segen hĂ€ttet ihr.

UPDATE:

Die Story nach der Story scheint zu werden, dass man einen Konfikt be- oder sogar herbeischreibt zwischen Tuchel und VereinsfĂŒhrung. Nach den Uefa-Regularien gibt es ein vorgeschriebenes Zeitfenster von zwei Stunden nach der Absage, in dem das Spiel neu terminiert werden muss. Davon werden regelmĂ€ĂŸig in Krisensituation große Teile mit Irritation aufgebraucht und nur wenig steht effektiv zur VerfĂŒgung. Dann trifft man eine Entscheidung. Eine, die man nicht delegieren kann. Das nennt sich FĂŒhrung. Es geht mir insoweit nicht primĂ€r um die Frage, ob man die Mannschaft hĂ€tte einbeziehen sollen (man hĂ€tte), sondern darum, dass hindsight eine bitch ist und immer 20/20.

Völlig normal empfinde ich auch die Tatsache, dass unterschiedliche FĂŒhrungskrĂ€fte unterschiedliche Auffassungen haben. Und es ist Ausdruck zeitgemĂ€ĂŸer Unternehmenskultur und FĂŒhrungskultur, dass diese Meinungsunterschiede auch geĂ€ußert werden. Dies gilt umso mehr in einer Branche wie dem Profifußball, die dermassen transparent und öffentlich ausgeleuchtet wird, hier noch einmal potenziert durch den unglaublichen Moment der Bomben. Wenn also Tuchel eine andere Auffassung hat als die VereinsfĂŒhrung – so fucking what? Was ist eigentlich mit KonfliktfĂ€higkeit und AmbiguitĂ€tstoleranz? Nicht jede Auseinandersetzung ist ein Bruch, eine Krise und das Ende der Zusammenarbeit. Wer sich berufliche Zusammenarbeit so vorstellt, hĂ€ngt an einer Idealvorstellung von Harmonie, die ich nicht teilen kann.

Und ich hĂ€tte mir gewĂŒnscht, einer der Spieler oder mehrere hĂ€tten gesagt ich kann und will nicht funktionieren. Das wĂ€re das Signal der Menschlichkeit gewesen.

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BVB, Fussball

The lay of the borussenland

Manchmal denke ich an Klassenfahrten. Und im Schullandheim steht so eine SĂŒĂŸigkeitenbox, wo man unglaubliche Köstlichkeiten erwerben kann und Mama hat einem 10 Mark mitgegeben. Man ist also reicher als jemals zuvor und schuldet auch Frank aus der 4c kein Geld mehr.

Dann geht man zu der Box, bereits mit dem Geschmack von GummibĂ€rchen und Snickers und Raider auf der Zunge, um dann den Deckel hochklappend festzustellen, es liegen nur noch Mr. Tom-Erdnussriegel drin. FĂŒr 2,50 Mark das StĂŒck.

Mr. Tom ist korrekt, bringt seine Leistung und ist immer noch drei Klassen besser als zwei ApfelstĂŒcke und eine Möhre, aber es ist kein Raider. Und schon mal gar nicht eine hauchzarte Eszet-Schnitte. Und wĂ€hrend man da steht und gar nicht so recht weiß, wie das passieren konnte, lĂ€uft Hans-Peter vorbei. Hans-Peter trĂ€gt ein mintfarbenes Poloshirt und hat einen Pullunder um den Hals gelegt und sein Papa fĂ€hrt Cabrio. Und er zwinkert Gaby und Heike erst zu und dann gibt er ihnen einen je ein Raider und fragt, wie es beim Reiten war.

Ich kann Hans-Peter nicht leiden. Und ich möchte kein mintfarbenes Poloshirt. Aber mit Gaby und Heike sprechen ist halt toll.

Und wie greifbar die Angst ist, daß Gaby und Heike nicht mehr mit einem reden und daß man nach Hause geschickt wird, weil man es versaut hat.

Mut ist, wenn man Todesangst hat, aber sich trotzdem in den Sattel schwingt. Hilft das? Mir bald nicht mehr. Mir ist blĂŒmerant.

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BVB, Fussball

Und dann tut es doch weh

“Vielleicht tut es doch weh
und dann packt dich die Angst.
Manchmal glaubt man beinahe selber,
dass das alles so gehört.
Vielleicht tut es doch weh
und nimmt dir den Schlaf.
Manchmal glaubt man beinahe selber,
dass das alles so gehört.”

Das singen Turbostaat und sie singen nicht ĂŒber Fußball. Und sie singen schon mal gar nicht ĂŒber den BVB. Und Lewandowski ist ihnen im Zweifel egal.

Aber mir nicht. Ich wĂŒnschte nach sechs Monaten Vorlaufzeit wĂ€re es so, dass ich sagen könnte: So what! Kann ich aber nicht, weil der Verlust in sportlicher Hinsicht groß ist und der Wechsel gerade zum FCB einen Stich versetzt. Es ist mir egal, aber so wollte ich’s doch nicht haben.

Was hat dich bloß so ruiniert bin ich verleitet, Robert L. zuzurufen.

Um dann doch nĂŒchtern festzustellen, dass ihm in sportlicher Hinsicht kein Vorwurf zu machen ist. Kein eingeschnapptes Verhalten, keine Kampagne (ĂŒber die Zickerei zu Beginn der Vorsaison sei hinweggesehen, die kam auch primĂ€r von den Beratern – er konnte wirklich nicht ernsthaft erwarten, dass wir ihn zu diesem Zeitpunkt gehen lassen), keine lustlosen Auftritte. Wenn seine Leistung insbesondere in der CL nicht an die der Vorsaison heranreicht, dann bewegt er sich damit nur auf dem Niveau des gesamten Teams, das die letzte Drehung des Messers, den double leg slam, den Fangschuss vermissen lĂ€sst.

Er wechselt zu dem Team, das ihm eine Titelgarantie geben kann und ihm erlaubt, in GehaltssphÀren vorzudringen, die beim BVB derzeit undenkbar sind. Ich muss das nicht verstehen. Kann es aber nachvollziehen.

Und wenn man hört (aus SekundĂ€rquellen, mit mir spricht ja sonst keiner), dass Lewandowski im Team integriert ist, anders als wohl etwa Götze auf seinen letzten Metern (oder sogar schon vorher), dann spricht Einiges dafĂŒr, dass er auch die RĂŒckrunde absolut professionell zu Ende spielt.

Wenn ich mir was wĂŒnschen darf – Pokalfinale gegen die Bayern. 4:3 fĂŒr uns nach VerlĂ€ngerung. Drei Tore Lewandowski. Und danach kein Kuss aufs Wappen aufm Trikot, keine TrĂ€nchen, sondern ein Abschied von den Fans im Stadion mit Stil. Ein ehrliches Danke fĂŒr die gute Zeit und ab.

Ich habe keine Ahnung, wen wir als Ersatz holen; schon jemanden zu finden, der eine vergleichbare Klasse hat, erscheint mir schwer. Und er muss dann auch noch ins Mannschafts- und GehaltsgefĂŒge passen. Ich habe keine Ahnung, wer das sein könnte. Es wird wohl eher nicht Schieber sein. Und es sollte keiner sein, bei dem die Verhandlungen in der 9 Mio. Region anfangen, die Lewandowski beim FCB wohl erreicht hat. Sicher ist, dass ein Team, dem absolute LeistungstrĂ€ger wegbrechen, Zeit braucht. Ich werde meinem Verein alle Zeit der Welt geben.

Aber ich werde Lewandowski vermissen. Den stoischen Gesichtsausdruck mit dem leicht hĂ€ngenden Auge, die körperliche PrĂ€senz, RaumgefĂŒhl und ZweikampfstĂ€rke, seinen Abschluss. Den Mann, der Real vier StĂŒck einschenkte, der sich auf dem Bierdeckel drehen und gegen 90 Kilo Atzen bestehen konnte. Den Mann, den du immer anspielen konntest, ohne dass der Ball im Anschluss durch den 16er flipperte.

Danke und TschĂŒĂŸ. Wirst dich bei uns immer aufm Platz aufwĂ€rmen dĂŒrfen.

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BVB, Fussball

This place looks better from a passenger window

Aus mir wird kein Fan mehr fĂŒr Erstrundenpokalspiele, die mit achtstĂŒndiger Zugfahrt zu erreichen sind. Zunehmend gefĂ€llt mir der Beifahrersitz, mögen die Allesfahrer hinterm Steuer Platz nehmen. Immerhin bin ich heute Morgen mit Trikot raus. Zum BĂ€cker in Giesing. Da wohne ich zwar nicht, aber da ist MĂŒnchen blau. Und man bekommt regelmĂ€ssig ein freundliches LĂ€cheln. Ein der Feind-meines-Feindes-ist-ein-Freund-LĂ€cheln, aber ein LĂ€cheln.

Und echt gezz, ich freue mich auf Wilhelmshaven. Und Augsburg. Und alles, was kommt. Ich freue mich auf Kuba, geschmeidig nach innen ziehend und wĂŒnschte, er trĂ€fe noch einmal auf Rafinha, um ihm die Gelegenheit zu geben, diesen Was-will-dieser-durchgeknallte-Zwerg-von-mir Gesichtsausdruck aufzusetzen.

Ich freue mich auf Jonas Hofmann (mit 0,6 Mio im Kicker lĂ€cherlich unterbewertet) und bin mir sicher, er wird spielen. Viel spielen. Ich staune zwar immer, wie Fussballer heutzutage aussehen; ĂŒber diesen Drang, sich unbedingt eine Hitlerjugend-Frisur schneiden zu lassen, insbesondere aber darĂŒber, dass es kaum noch Hans-Peter-Briegelige Typen gibt. Guckt euch Jonas Hofmann an: 70 Kilo und spillerig. Mag helfen, technische FĂ€higkeiten umzusetzen. Ich habe aber auch gerne beim Zusammenprall von Fussball Rhinozerossen zugeschaut.

Ich freue mich unbÀndig auf Mkhitaryan. Bei ihm bin ich mir sicher, dass er eine fantastische Saison spielen wird. Der Wunsch ist, dass wir uns im Winter fragen: Mario who?

Aubameyang wird noch brauchen. Aber er wird Reus die notwendigen Regenerationsphasen geben können. Und darĂŒber wird sich Reus freuen.

Kevin wird auf die Ansage vom Trainer, er habe jetzt genug Libero gespielt, die nĂ€chsten 10 Minuten bitte auf Rechtsaussen und danach den Thiago in Manndeckung nehmen, antworten: “Alles klar, Trainer!” Und darauf freue ich mich.

Und dann haben wir doch einen, der Hans-Peter-Briegelig aussieht: Sokratis. Nicht nur, dass der Vermieter unseres Apartments auf Sifnos meinte, wir hĂ€tten jetzt den besten Griechen ĂŒberhaupt, Malaka, ich freue mich auch, dass wir jetzt einen haben, der nicht die Hektik eines Santana ausstrahlt, sondern eine Gelassenheit, die nur absolute Pessimisten und Grantler als Phlegma bezeichnen wĂŒrden. Und, Neven, du wirst dich richtig ranhalten mĂŒssen.

Keine Lieder ĂŒber Liebe und keine Worte zu Lewandowski.

Ich wÀr soweit.

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Fussball, Zeug

Keine Vater-Tochter-Sache

Es ist ja so, dass ich regelmĂ€ssig ankĂŒndigen muss, wenn unter der Woche Fussball lĂ€uft und ich den grossen Fernseher haben möchte. Vergesse ich es, weiss ich ganz genau, dass ich besser ohne dafĂŒr gelobt werden zu wollen, einige wesentliche Arbeiten in der Wohnung schnell, sauber und kommentarlos fertigstellen sollte. Die zutreffende Weisheit, dass ein Mann Dinge erledigt, wenn er es versprochen hat und nicht alle sechs Monate erinnert werden muss, die lasse ich dann weg.

Aber Frau und Töchter wissen, wie wichtig mir das Spiel ist und schlussendlich sitze ich dann vorm Fernseher.

Alleine.

Meine Frau verachtet Fussball und achtet meine Leidenschaft. Was eine unglaubliche Kombination ist. “Der letzte Scheiss, aber wenn du ihn so liebst und mit Begeisterung davon erzĂ€hlen kannst, dann ist das toll.” Ihr muss ich allerdings nichts erzĂ€hlen. Sie versteht Fussball nicht und will ihn nicht verstehen.

Und die MĂ€dchen? Ach. Sie suchen den Schiedsrichter. “Der passt fei auf, dass sich keiner haut, gell?”

Das Ganze ist ohnehin nur der Vorspann fĂŒr ErklĂ€rung von Zuneigung an den ColliniSue und seinen Blog Wochenendrebellen. Sein Sohn hat Asperger und die Beiden reisen an Wochenenden mit der Bahn durch die Republik und schauen sich Fussballspiele an auf der Suche nach dem Team fĂŒr den Sohn. Ich bin mir sicher, er wird den BVB finden. Und wenn es K’lautern ist oder der BFC Dynamo, dann ist es halt so. Asperger ist das Eingangsthema des Blogs und dann doch im Verlauf keins mehr. Dort wird mit Witz, Chuzpe und intelligent von den Reisen, dem Sohn und dem Leiden und Lieben des Vaters erzĂ€hlt.

Im Ernst: Lest das.

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BVB, Fussball

Am Montag: Grossartig

Jetzt geht es. Am Montagmorgen ist tatsĂ€chlich diese erste EnttĂ€uschung, diese tiefe, atemraubende und rĂŒckgratbrechende EnttĂ€uschung ĂŒberwunden. Wir hatten das GlĂŒck, einen BVB zu sehen, der eine unfassbare CL Saison gespielt hat. Wenn ich auch gerne die Klappe aufreisse, ich habe im August letzten Jahres nicht ansatzweise daran geglaubt, im Mai in Wembley zu stehen. Die Gruppenauslosung hat zu Schnappatmung gefĂŒhrt. Denn so sehr ich die Ereignisse der vorangegangenen CL Saison erklĂ€ren kann, so wenig wollte ich dies noch einmal tun. Nicht, weil Schalke, Bayern und viele andere nicht ĂŒber uns lachen sollten, sondern weil ich lachen wollte.

Und Junge, ich habe gelĂ€chelt, als unser Team in London den Rasen betreten hat. Die Anspannung war weg und ich fand es grossartig. Auch hier in MĂŒnchen mit 400 Fans, singend. Und diese ersten 25/30 Minuten, ich habe um mich herum in erstaunte Gesichter gesehen, weil wir es so geil gar nicht erwartet hatten. Anlaufen der Gegner, Zustellen der Laufwege, Offensivpressing, Isolierung von Ribery, alles funktionierte. Und dann sahen ein Kumpel und ich uns an und sagten fast zeitgleich dasselbe: The light that burns twice as bright burns half as long. Wir nĂ€herten uns mit Riesenschritten der Treibstoffreserve. HĂ€tten wir zwei Tore gemacht und danach den Bus geparkt, es hĂ€tte gut gehen können. Aber wĂ€re meine Oma ein Bus, könnte sie hupen.

Die Bayern passten sich an, Robben doppelte auf links und dann lief es so, wie es sich die Bayern vorher sicher nicht vorgestellt haben, aber sie spielten es halt abgezockt nach Hause. Seien wir ehrlich: Eine Saison wie ein Monolith fĂŒr die Bayern. Und darum bei mir auch gar keine Frustration, dass wir nach dem Kippen des Spiels keinen Plan B gefunden haben. Es gab ein Mittel gegen die Bayern, wie die ersten 25/30 Minuten gezeigt haben. Aber wohl eben nur dieses Eine. Nutze ich dann die Chancen nicht, rollen dann halt die 2013er Bayern. Ich legte mich anderenorts schon fest: Bei jedem anderen Gegner wĂ€re die Chance auf den Henkelpott grösser gewesen.

Auch wenn Kehl am Anschlag war, so glaube ich dennoch nicht, dass Sahin mehr Kontrolle in die letzten 20 Minuten gebracht hÀtte. Ein gesunder Götze ohne die Belastung des Wechsels, der hat uns gefehlt. Wir haben eine erste Elf, vielleicht eine erste 13/14, aber danach kommen halt die Leitnardos im Kader. Die ich alle behalten und entwickeln möchte, die du aber in einem CL Finale nicht bringen kannst.

We need a bigger boat.

Es bleibt: Real Madrid. Das Heimspiel war das Beeindruckendste, was ich vom BVB seit langer, langer Zeit gesehen habe und mit einem Lewandowski nicht von dieser Welt. Eine Demonstration eines Reife- und Lernprozesses der Mannschaft, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Die Entwicklung seit der ersten CL Saison unter Klopp war aussergewöhnlich. Innerhalb eines Jahres wurden entscheidende Justierungen vorgenommen und die Fehler beseitigt , die uns letzte Saison noch die Niederlagen gebracht haben.

Und Malaga. Wann bekommt man in seinem Fanleben so etwas zu sehen? Es sind nicht Sheringham und SolskjĂŠr, die einem die Luft zum Atmen nehmen und den Boden unter den FĂŒssen wegreissen, es ist das eigene Team, das Momente fĂŒr die Fanewigkeit erzwingt. In einem CL-Viertelfinale erlebt man das einmal im Fanleben. Wenn ĂŒberhaupt. Dieser Moment wird auch nicht ansatzweise durch die Tatsache getrĂŒbt, dass Felipe durchs Abseits mĂ€anderte und stocherte. So heilig bin ich nicht. Es dĂŒrfen dagegen alle ĂŒber Nobby Dickels 5 Minuten lĂ€cheln, ich höre sie heute noch gerne. Wir haben den grossartigsten Kirmesansager als Stadionsprecher und ich finde das super. Muss man nicht, aber Nobby D. verschont das Stadion vor Danke! Bitte! Allein dafĂŒr gehören ihm KrĂ€nze geflochten und seine kaputten Knochen mit Liebe massiert.

Ich will da wieder hin. Wenn nicht Lissabon (wir mĂŒssen ja noch ein paar Neue integrieren), dann wĂ€re Berlin aber sowas von der richtige Ort. Wissta ja, komm ick her.

Schliesslich mein Dank an Team und Trainer fĂŒr einen grossen Auftritt in der Niederlage. Kann nicht jeder.

FĂŒr Peter, der eine geile Zeit in London hatte. You fuckin’ deserved it.

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BVB, Fussball

Reh, Giggs, Malaka.

Es war Ostern. Schwiegereltern sind da, man darf mittags zum Reh mit sensationeller Sauce schon ohne tadelnde Blicke Rotwein trinken, die Kinder haben Eier gesucht. Ich hörte mit Kuchen ĂŒbersĂ€ttigt eine Runde Iron Maiden. Ein Traum von Feiertag.

Und Schmelzer hat einen Nasenbeinbruch und soll sich bitte nicht so anstellen.

MĂ€nnersport. Kein Hallenhalma. Wer das nicht abkann, soll halt gehen. Ihr aber selber. Unendlich mal doofer plus eins!

Es ist so ermĂŒdend. Woher haben diese Jungs, die durchgehend Justin Bieber, Pur und R. Kelly hören, eigentlich diesen Macho-Wahn. Ich meine, wenn man alle Hatebreed Alben am StĂŒck hört, dann mag man so eine AttitĂŒde entwickeln. Aber doch nicht so.

Gleichwohl bin ich froh, dass wir Stuttgart erst wieder nĂ€chste Saison spielen und jetzt MĂĄlĂ gĂą. Ich bin ja erstaunlich tiefenentspannt. Nicht nur weil ich uns ausgezeichnete Chancen aufs Weiterkommen ausrechne, sondern auch weil selbst bei einem Ausscheiden die Saison ok ist. Und nach zweimal grandios kann einmal ok kommen. Es mag natĂŒrlich auch sein, dass ich schlicht keine Ahnung habe, was mit MĂąlĂĄgĂĄ auf einen zukommt. Bei allen anderen potentiellen Gegnern hĂ€tte ich eine ziemlich eindeutige Vorstellung gehabt. Hier weiss ich zB nur, dass ein durch Gaffatape zusammengehaltener Santa Cruz und ein Demichelis bei MĂ lĂ gĂ  spielen. Und das wird nicht reichen.

Schön auch der griechische Kumpel, der mir mit zwei Worten zum Los gratulierte: Malaga, Malaka.

Und ich bin 40 geworden. Ryan Giggs noch nicht. DafĂŒr war Ryan nicht zum Fehlpass Podcast eingeladen. Ich schon. Ätsch. Ist natĂŒrlich gut geworden, obwohl ich dabei war. Die anderen verstehen halt was von Fussball. Hat man nicht so oft bei Bayern Fans.

Back to the Fuck Yeah.

Und der Heinzkamke schreibt hier wunderbar zutreffende Worte ĂŒber Götze. Ihn wie mich irritiert und verblĂŒfft die Leichtigkeit. Und die scheinbare Leichtigkeit. Dieser Moment, wenn man denkt, wieso hat der Götze da auf einmal 3m Raum um zu passen um dann zu realisieren, dass er sich den raum selbst geschaffen hat durch die richtige Bewegung im richtigen Moment.

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