Ich musste noch nie eine Bombe explodieren sehen und ich kenne nur einen Menschen, der das musste. Und dessen Eindrücke, Traumata und Schmerz reichen mir eigentlich fürs Leben. Ich mag daher kein Urteil darüber abgeben, wie man sich richtig verhält oder angemessen oder wie man den Prozess der Verarbeitung optimal umsetzt. Es kann daher auch durchaus sein, dass es den Betroffenen hilft, ein Fußballspiel zu spielen keine 24h nachdem mit Metallstiften gefüllte Bomben neben einem explodiert sind und man vielleicht nicht in der Nacht, so doch aber sicher im Laufe des Tages realisiert hat, dass die Bomben ein direkter Angriff auf das eigene Leben waren.Read More →

Manchmal denke ich an Klassenfahrten. Und im Schullandheim steht so eine Süßigkeitenbox, wo man unglaubliche Köstlichkeiten erwerben kann und Mama hat einem 10 Mark mitgegeben. Man ist also reicher als jemals zuvor und schuldet auch Frank aus der 4c kein Geld mehr. Dann geht man zu der Box, bereits mit dem Geschmack von Gummibärchen und Snickers und Raider auf der Zunge, um dann den Deckel hochklappend festzustellen, es liegen nur noch Mr. Tom-Erdnussriegel drin. Für 2,50 Mark das Stück. Mr. Tom ist korrekt, bringt seine Leistung und ist immer noch drei Klassen besser als zwei Apfelstücke und eine Möhre, aber es ist kein Raider. UndRead More →

“Vielleicht tut es doch weh und dann packt dich die Angst. Manchmal glaubt man beinahe selber, dass das alles so gehört. Vielleicht tut es doch weh und nimmt dir den Schlaf. Manchmal glaubt man beinahe selber, dass das alles so gehört.” Das singen Turbostaat und sie singen nicht über Fußball. Und sie singen schon mal gar nicht über den BVB. Und Lewandowski ist ihnen im Zweifel egal. Aber mir nicht. Ich wünschte nach sechs Monaten Vorlaufzeit wäre es so, dass ich sagen könnte: So what! Kann ich aber nicht, weil der Verlust in sportlicher Hinsicht groß ist und der Wechsel gerade zum FCB einen StichRead More →

Ich schreibe ja wirklich eher in größeren Abständen. Aber jetzt zum 3. Advent konnte ich mich mal wieder durchringen. Allerdings nicht hier, sondern beim geschätzten Klaas drüben.Read More →

Aus mir wird kein Fan mehr für Erstrundenpokalspiele, die mit achtstündiger Zugfahrt zu erreichen sind. Zunehmend gefällt mir der Beifahrersitz, mögen die Allesfahrer hinterm Steuer Platz nehmen. Immerhin bin ich heute Morgen mit Trikot raus. Zum Bäcker in Giesing. Da wohne ich zwar nicht, aber da ist München blau. Und man bekommt regelmässig ein freundliches Lächeln. Ein der Feind-meines-Feindes-ist-ein-Freund-Lächeln, aber ein Lächeln. Und echt gezz, ich freue mich auf Wilhelmshaven. Und Augsburg. Und alles, was kommt. Ich freue mich auf Kuba, geschmeidig nach innen ziehend und wünschte, er träfe noch einmal auf Rafinha, um ihm die Gelegenheit zu geben, diesen Was-will-dieser-durchgeknallte-Zwerg-von-mir Gesichtsausdruck aufzusetzen. Ich freueRead More →

Jetzt geht es. Am Montagmorgen ist tatsächlich diese erste Enttäuschung, diese tiefe, atemraubende und rückgratbrechende Enttäuschung überwunden. Wir hatten das Glück, einen BVB zu sehen, der eine unfassbare CL Saison gespielt hat. Wenn ich auch gerne die Klappe aufreisse, ich habe im August letzten Jahres nicht ansatzweise daran geglaubt, im Mai in Wembley zu stehen. Die Gruppenauslosung hat zu Schnappatmung geführt. Denn so sehr ich die Ereignisse der vorangegangenen CL Saison erklären kann, so wenig wollte ich dies noch einmal tun. Nicht, weil Schalke, Bayern und viele andere nicht über uns lachen sollten, sondern weil ich lachen wollte. Und Junge, ich habe gelächelt, als unserRead More →

Es war Ostern. Schwiegereltern sind da, man darf mittags zum Reh mit sensationeller Sauce schon ohne tadelnde Blicke Rotwein trinken, die Kinder haben Eier gesucht. Ich hörte mit Kuchen übersättigt eine Runde Iron Maiden. Ein Traum von Feiertag. Und Schmelzer hat einen Nasenbeinbruch und soll sich bitte nicht so anstellen. Männersport. Kein Hallenhalma. Wer das nicht abkann, soll halt gehen. Ihr aber selber. Unendlich mal doofer plus eins! Es ist so ermüdend. Woher haben diese Jungs, die durchgehend Justin Bieber, Pur und R. Kelly hören, eigentlich diesen Macho-Wahn. Ich meine, wenn man alle Hatebreed Alben am Stück hört, dann mag man so eine Attitüde entwickeln.Read More →

Es ist kein Tabubruch, wenn der eigene Fanbetreuer angegriffen wird. Es ist noch nicht einmal besonders verwunderlich. Es ist lediglich Ausdruck der menschenverachtenden Gesinnung, des unbändigen Drangs zu Gewalt und des ständigen Gefühls, einem selber ging es schlecht, weil andere zu Unrecht besser gestellt seien. Der Tabubruch ist der erste tätliche Angriff auf einen Menschen, die Herabwürdigung des vermeintlichen Gegners und Feiern der eigenen Helden, der Tabubruch besteht schon in der Duldung von Nazistrukturen im Ordnungsdienst. Sollte erst der Angriff auf Jens und Thilo dazu führen, dass das Problem in seiner ganzen Tragweite bekannt wird, dann ist es zu spät. Vielleicht nicht zu spät, umRead More →

Es gibt keine Causa Stark. Es gibt einen Status des BVB, der mir nicht gefällt. Vorneweg sei aber erlaubt (und dass ist ja das Tolle am eigenen Blog, ich muss es mir nur selbst erlauben, also ab dafür) kurz ein “Die Anderen aber auch und im Zweifel immer noch schlimmer” einzuschieben. Man stelle sich einmal kurz vor, es sei 2011 und Philipp Lahm hätte auf der Linie gestanden. Uli Hoeneß wäre kurz vor der Kernschmelze, grantelnd, was ich immer gut vertragen kann. Rummenigge aber würde im Zweifel unter der Gürtellinie austeilen, giftig und rechthaberisch. Und die gesamte Führung würde ihre Buddys in der Presse losschicken,Read More →