Ich musste noch nie eine Bombe explodieren sehen und ich kenne nur einen Menschen, der das musste. Und dessen Eindrücke, Traumata und Schmerz reichen mir eigentlich fürs Leben. Ich mag daher kein Urteil darüber abgeben, wie man sich richtig verhält oder angemessen oder wie man den Prozess der Verarbeitung optimal umsetzt. Es kann daher auch durchaus sein, dass es den Betroffenen hilft, ein Fußballspiel zu spielen keine 24h nachdem mit Metallstiften gefüllte Bomben neben einem explodiert sind und man vielleicht nicht in der Nacht, so doch aber sicher im Laufe des Tages realisiert hat, dass die Bomben ein direkter Angriff auf das eigene Leben waren.Read More →

In den letzten Wochen hatte ich mehrfach den kurzen aber intensiven Drang, etwas zu den rechtspopulistischen Positionen in der Flüchtlingsfrage im Allgemeinen und zur AfD im Besonderen zu schreiben. Ich ließ es sein, denn ich hatte mir auferlegt, über den Ekel nie mehr zu schreiben. Aber wie bei Pascow die zweieinhalb Minuten sein mussten, kurz einige Gedanken. Zuerst äußerte sich Frauke Petry, später dann Beatrix von Storch. Es sei noch einmal zitiert. Petry: „Noch mal: Wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall reagieren? Petry: Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz. Es gibt inRead More →

Es hat gedauert, bis ich gestern meine Eltern erreichte, die gerade in Paris sind. Es geht ihnen gut. Es hat bis heute morgen gedauert, bis ich meinen engsten Mitarbeiter erreichte, Halbfranzose, der in Paris ist. Es geht ihm gut. Eben erst habe ich Nachricht von einem alten Freund erhalten, der in Paris lebt, auch ihm geht es gut. Das ist alles, was ich an Gutem sagen kann. Ansonsten bin ich schockiert und hochgradig verwirrt. Denn dieser Angriff stellt mich und meine Werte und Ansichten in Frage. Sie bröckelten vorher und jetzt gerade bin ich konsterniert. Ich möchte eine Gesellschaft, die queer ist, divers, mit Widersprüchen,Read More →

Drüben auf Twitter hatte der Marco die Idee, wir sollten doch ein Tape zusammenstellen, 2×45 Minuten mit der Musik, die wir hörten als wir 16 waren. Das ist natürlich hemmungslos sentimental und ich fürchte ein Ding von alten Männern, um sich für 2×45 Minuten einen Hauch Jugend zurückzuholen. Also genau mein Ding. Sechzehn war ich 1989. Und diese Musik habe ich damals gehört und ich war unglaublich privilegiert, hatte ich doch durch glückliche Fügung Zugang zur Tape-Trading Szene gefunden und damit zu Musik, die nicht im Radio lief. Ich habe hier Seite A für euch. Chromdioxid Band, Typ II von Maxell. 1. Depeche Mode –Read More →

Ich bin mir sogar schon bei der Ansprache unsicher. Ich kenne ihn nicht, habe kein Wort mit ihm gewechselt, noch nicht mal die Hand geschüttelt. Jürgen ist mir zu kumpelhaft, Herr Klopp klingt als sei er mein Erdkunde-Lehrer. Ich probiere es (anmaßend?) mit der Spieler-Ansprache. Hey, Trainer! Danke für diese sieben Jahre. Danke dafür, daß ich meinem Verein emotional so nah war wie nie in 30 Jahren Fansein. Das bedeutet mir mehr als die Titel. Die Titel sind der Becher selbstgemachter Crème Brûlée. Wäre nicht nötig gewesen, aber Scheiße, war 2011 geil. Davor habe ich nur 1997 eine solche Eruption erlebt in mir, im Club,Read More →

Eigentlich beschimpfen sie mich. Und dies seit dem ersten Album. Auf jeder Split-Single. Und ich liebe sie dafür. Love A sind für mich noch Punk und haben heute ihr drittes Album veröffentlicht, Jagd & Hund. Auch auf Vinyl, mit Jutebeutel, Aufkleber, wie man das heute halt so macht. War “Eigentlich” 2011 noch ein ziemlich roher Brocken mit ins Hysterische kippenden Stücken (Prototyp: die 1:37 von Freibad) schloß sich daran “Irgendwie” an, ein Album, das mich 2013 mit seiner ersten Single “Windmühlen” zutiefst berührt zurückließ. Man kann man einen Song wie Windmühlen auch als tendenziell weinerlichen Befindlichkeitspunk definieren, der nur durch Attitüde und Punksound den richtigenRead More →

Manchmal denke ich an Klassenfahrten. Und im Schullandheim steht so eine Süßigkeitenbox, wo man unglaubliche Köstlichkeiten erwerben kann und Mama hat einem 10 Mark mitgegeben. Man ist also reicher als jemals zuvor und schuldet auch Frank aus der 4c kein Geld mehr. Dann geht man zu der Box, bereits mit dem Geschmack von Gummibärchen und Snickers und Raider auf der Zunge, um dann den Deckel hochklappend festzustellen, es liegen nur noch Mr. Tom-Erdnussriegel drin. Für 2,50 Mark das Stück. Mr. Tom ist korrekt, bringt seine Leistung und ist immer noch drei Klassen besser als zwei Apfelstücke und eine Möhre, aber es ist kein Raider. UndRead More →

“Vielleicht tut es doch weh und dann packt dich die Angst. Manchmal glaubt man beinahe selber, dass das alles so gehört. Vielleicht tut es doch weh und nimmt dir den Schlaf. Manchmal glaubt man beinahe selber, dass das alles so gehört.” Das singen Turbostaat und sie singen nicht über Fußball. Und sie singen schon mal gar nicht über den BVB. Und Lewandowski ist ihnen im Zweifel egal. Aber mir nicht. Ich wünschte nach sechs Monaten Vorlaufzeit wäre es so, dass ich sagen könnte: So what! Kann ich aber nicht, weil der Verlust in sportlicher Hinsicht groß ist und der Wechsel gerade zum FCB einen StichRead More →

Ich schreibe ja wirklich eher in größeren Abständen. Aber jetzt zum 3. Advent konnte ich mich mal wieder durchringen. Allerdings nicht hier, sondern beim geschätzten Klaas drüben.Read More →